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>> Vorbereitung

Einige Dinge müssen bereits frühzeitig vorbereitet werden. Zum Einen hat der gesamte Lernstoff zu sitzen und zum Anderen sind die bürokratischen Angelegenheit zu erledigen. Dieses Kapitel gibt einen Überblick über all diese Themen, die es vorzubereiten gilt. Im Grunde also eine Art Checkliste, bevor es über den Teich zu den Amis geht. Nach meiner jetzigen Erfahrung reichen sechs bis acht Wochen Vorlauf vor der geplanten Abreise für den bürokratischen Akt als auch zum Verinnerlichen des Theorie-Stoffs.

Die Grobplanung sieht wie folgt aus:

  • 6 Wochen Vorbereitung der Theorie und Bürokratie: Das verteilt sich auf etwa 2-3 Stunden an Werktagen nach der Arbeit sowie mehr oder weniger Vollzeit an den Wochenenenden.
  • 6 Wochen USA Vollzeit fliegen: Die Tagesplanung wird etwas taff und in etwa so aussehen: Schlafen, Essen, Vorbesprechung, Fliegen, Nachbesprechung, Essen, Schlafen.

Bereits vor der Vorbereitung lässt sich lange Zeit mit der Suche nach einer Flugschule in den USA verbringen. Google bringt mit der Suche nach flight schools usa schlappe 45 Millionen Treffer. Über Suchmaschinen also eher müßig. Nach einigen Empfehlungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis wurde die Florida Aviation Career Training, Inc. (FACT)  in St. Augustine, FL als Topp-Adresse in meine engere Wahl genommen. Letztendlich habe ich mich auch für diese Schule entschieden. Ob sie taugt, werdet ihr hier sicherlich erfahren. :-)
Nach einem kurzen Hallo per Mail an die Flugschule “…ich komme in sechs Wochen…” können die Spiele beginnen:

  • Visum: Die Regelung zum Visum (ja oder nein) ist nicht gaaanz eindeutig. Für die Pilotenausbildung in den USA gibt es zwei verschiedene Ausbildungsarten (Part 61 und Part 141). Bei Part 141 handelt es sich um ein gänzlich durchorganisiertes Ausbildungsprogramm, das zweifelsohne unter die Ausbildungsordnung fällt und damit mindestens ein Studentenvisum voraussetzt. Part 61 ist dahingehend flexibler. Hier lässt sich entspannt visumsfrei (aus Deutschland mittels VWP – visa waiver program) einreisen, wenn der Hauptreisegrund “recreation” ist… Und nebenbei dann ein paar Flugstunden genommen werden… Mhm.. Aber, dass bei einem 6-Wochen Programm für den PPL von 0 auf 100 “recreation” nicht im Mittelpunkt stehen wird, darüber lässt sich schwer hinwegtäuschen. Und da ich auch in Zukunft wahrscheinlich gerne wieder in die USA einreisen möchte, nehme ich den Weg über das Visum zwar zähneknirschend, aber dennoch bereitwillig in Kauf. Der bürokratische Hürdenlauf dazu gestaltet sich wie folgt:
  1. Eintragung in die SEVIS ( Student Exchange Visa Information System) Datenbank. Das wird über die Flugschule angelegt. Überweisung an den amerikanischen Staat: 200$
  2. Ausfüllen der DS160 Application Form für ein M Visum. Der Spaß kostet circa zwei Stunden und die Fragen gehen bis ins kleinste Detail. Ich glaube die USA wissen nun mehr über mich, also die BRD. Kosten: 160$
  3. Terminvereinbarung zum Interview auf der amerikanischen Botschaft. Vorlauf dazu etwa eine Woche. Kosten 10$
  4. Die Flugschule schickt nach erfolgreicher SEVIS Registrierung das I-20 Formblatt per Post zu. Mit dem I-20, dem Reisepass, der DS160 Bestätigung, dem Einzahlungsbeleg für die Gebühr sowie einem frankierten Rückumschlag geht es zum Interviewtermin auf die Botschaft nach Frankfurt. Dauer: 3 Stunden. Diese verteilen sich auf warten: 2:55h und Interview: 0:05h. Das Interview endete mit den Worten: “Your visa is approved!” Läuft.
  5. Nach knapp einer Woche geht dann der Reisepass mit eingeklebten Visum per Post zu. Formalakt Visum: beendet.
  • TSA-Check: Der TSA-Check ist eine Art Zuverlässigkeitsüberprüfung, die seit einigen Jahren – aufgrund des ein oder anderen Zwischenfalls zweier benachbarter Zwillingstürme – für ausländische Flugschüler eingeführt wurde. Dabei müssen einige Fragen zum Vorhaben beantwortet und Fingerabdrücke eingereicht werden, damit der Anwärter auch mit seinen ganzen persönlichen Daten erfasst und auf dunkle Verbindungen überprüft werden kann. Die Fingerabdrücke können aber auch erst in USA abgenommen werden. Dort kostet es nämlich nur 5$. Hier in Europa sind es über 200! Also zunächst einmal nur die “Standardanmeldung” und Gebühren entrichten. Damit hier nichts schief geht und die Aktion nicht in einem bürokratischen Hürdenlauf endet, sollte es am besten im Vorfeld mit der Flugschule abgestimmt werden. Die Anmeldung erfolgt dann über flightschoolcandidates.gov - Kosten: 130$
  • Auto & Unterkunft & Flug: Ein Auto ist in den USA ein unverzichtbares Fortbewegungsmittel. Öffentliche Verkehrsmittel sind speziell außerhalb von Großstädten nur sehr eingeschränkt verfügbar und Fußgängerwege im Prinzip gar nicht existent. Daher am besten bereits von zu Hause aus einen Wagen organisieren, da dies deutlich günstiger ist, als es erst unmittelbar vor Ort am Flughafen zu versuchen. Bei der Wahl der Unterkunft unterstützt die Flugschule. Viele bieten preis-/leistungsmäßig akzeptable Appartements in der Nähe an. Hier sollte ein guter Kompromiss zwischen Preis- und Wohnqualität gefunden werden. Speziell wer es sportlich angehen will, um die Sache in 5-6 Wochen durchzuziehen, für den ist ein gewisser Wohlfühlfaktor eben unabdingbar. 25$-Motel-Absteigen sind in dem Falle eher weniger empfehlenswert. Ich habe mir für die ersten zwei Wochen zunächst ein normales Hotel genommen. Werde dann live vor Ort nach guten und günstigen Unterkünften Ausschau halten. Zum Thema Flug lässt sich nicht so viel sagen. Einmal hin und zurück. Für die Flugschule in St. Augustine bietet sich als Destination Orlando an.
  • FAA Medical Class 3 + Student Pilot Certificate: In Deutschland gibt es einige Fliegerärzte, die ein FAA Medical ausstellen dürfen. Bei der FAA gibt es eine Übersicht der in Deutschland zugelassenen AME’s (Aviation Medical Examiner). Im Rhein-Main Gebiet kann dies zum Beispiel beim Medizinischen Dienst der Lufthansa beschafft werden. Alternativ geht das natürlich auch einfach(er) in den USA. Preislich macht es aber keinen großen Unterschied. Von daher lieber schon in Deutschland erledigen. Das spart gegebenenfalls unnötigen Stress vor Ort.
  • Theorie-Stoff: Der ganze Theorie Stoff ist autodidaktisch in sechs Wochen lernbar. Also zumindest unter der Bedingung, dass unter der Woche 2-3 Stunden und das Wochenende dafür zur Verfügung steht. Die sechs Wochen schließen aber auch ein paar jener menschlichen Tage ein, an denen man einfach keinen Bock hat. Wer hingegen gerne zu solchen Phasen neigt, der sollte besser noch ein oder zwei Wochen Puffer einplanen. Einen gesamten Überblick des Themas  gibt es in Theorie.

 


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