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>> Theorie

Ein Vorteil der amerikanischen Lizenz ist das multimedial unterstützte, autodidaktische Lernen der Theorie. Zwar ist ein Präsenzunterricht nach JAR bzw. EASA-FCL auch hier zu Lande nicht vorgeschrieben, ohne Unterricht ist es aber wenig zielführend. Die Theorie ist in Deutschland alles andere als auf ein Selbststudium ausgelegt. Mit den zahlreichen Home-Study Kits für den US-PPL hingegen kann von zu Hause oder unterwegs die gesamte Vorbereitung der 12 Themenbereiche durchgezogen werden. Bei Unklarheiten ist Google oder Wikipedia stets dein Freund und Helfer. Sei einem unter Woche 2-3 Stunden und an den Wochenenden 6-8 Stunden gegönnt, dann ist die Theorie in sechs Wochen absolut zu schaffen.

Als Vorbereitungsmaterialien reichen nach meinem Dafürhalten folgende Dinge:

  • King Schools Private Pilot Knowledge Test Course: 8 DVDs mit Videos, Präsentationen und Erklärungen aller relevanter Themengebiete. Die beiden Hauptdarsteller John und Martha King lassen sich jedoch nur eine bestimmte Zeit am Stück ertragen. Die einfache und klar strukturierte Darstellung von King Schools finde ich im direkten Vergleich zu Jeppesen oder Sportys Private Pilot Kursen aber einfach besser.
  • Comm1 VFR Trainer: Sprechfunk direkt in Englisch ist zunächst ein Thema für die meisten ausländischen Flugschüler. Je besser die Vorbereitung auf das Funken, umso leichter läuft es von der Hand und verhindert womöglich die schnelle Frustration vor Ort. Die 90$ in den Comm1 Trainer sind daher gut investiert. Ebenfalls praktisch ist die Webseite liveatc.net. Hier kann der gesamte Funkverkehr von ATC in den USA live über das Netz mitgehört werden. Das hilft ungemein, um die gesamte Phraseologie im Vorfeld akustisch besser zu verstehen und dann auch zu kapieren.
  • ASA Prepware Private Pilot: Ein Fragenkatalog für die Theorieprüfung (den s.g. Knowledge Test / Written Exam). Wird regelmäßig mit den neusten Fragen aktualisiert. Praktisch für unterwegs: Die App gibt es derzeit auch als iOS und Android Version.
  • Zubehör: Flight Computer E6B (kann auch ein mechanischer sein) und Plotter. Die beiden Dinge werden zwecks Kursberechnungen benötigt. Erklärungen dazu im DVD Kurs, die Übungen und Anwendung kommen dann beim Durchgehen des Fragenkatalogs.
  • FAA Referenzunterlagen: Die FAA stellt eine Vielzahl an Publikationen kostenfrei und in elektronischer Form zur Verfügung. Als Download und Lektüre zwecks Vorbereitung der Theorie sind die folgenden drei Dokumente wichtig: Student Pilot GuidePilot’s Handbook of Aeronautical Knowledge und das Airplane Flying Handbook.
  • Endorsement: Ein Fluglehrer bestätigt das vorhandene Theoriewissen eines Schülers mit seiner Unterschrift. Die Freigabe ist notwendig, um die Theorieprüfung ablegen zu können. Bei der ASA Prepware App ist es so, dass nach drei Trainingsprüfungen (mit jeweils über 80% korrekten Antworten) die Ergebnisse elektronisch an ASA übermittelt werden können. Einer der dortigen Fluglehrer (oder zumindest jemand, mit einem gültigen CFI Identifier) versendet dann per E-Mail das unterzeichnete Endorsement. Sehr praktisch. Damit geht es dann zur Theorieprüfung.
So viel zum Thema Vorbereitung der Theorie bis zur Prüfung. Zeitpunkt der Theorieprüfung hängt ein wenig von den persönlichen Begebenheiten ab. In Europa lässt sich die Prüfung nur in Paris ablegen. Die Anreise kostet aber wohl unnötig Zeit, Geld und Nerven. Das muss nicht unbedingt sein. In den USA gibt es eine Vielzahl von Stellen. Ich hatte mich einfach vor meinem letzten USA Urlaub bei CATS Testing angemeldet. Somit hatte ich das Thema Theorieprüfung schon von der Backe, bevor es zur Praxis geht. Die Prüfung an sich ist auch kein Rocket Science, sondern amerikanisches Multiple Choice. Es gibt 60 Fragen (aus einem Fragenkatalog von etwa 1200) und zu jeder Frage drei Antwortmöglichkeiten, davon ist immer genau EINE richtig. Die Prüfungsdauer ist auf 180 Minuten ausgelegt. Der Durchschnittseuropäer ist nach 30-40 Minuten durch und erreicht dabei in der Regel ein Ergebnis von über 95%… :-) Zum Bestehen reichen übrigens 70%. Alternativ lässt sich die Prüfung auch direkt vor den Praxisteil legen und bei der Anreise in der Flugschule absolvieren. Das hat den Vorteil, dass die Theorie dann noch etwas besser sitzt. Aber der Fokus liegt ohnehin im Praxisteil.

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