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Hallo? Wetter?

Dezember 13th, 2012 | Posted by frank in Allgemein - (4 Comments)

Es ist ein wenig frustrierend. Gestern Regen und geschlossene Wolkendecke bei 800 Fuß. Heute nicht besser. Im Gegenteil. Gerade nichts mit Fliegen. Habe zwar ein paar Tage Puffer für schlechte Zeiten mit einkalkuliert, aber direkt zu Beginn wollte ich sie eigentlich nicht verbraten. Stress gegen Ende würde ich gerne vermeiden. Laut Vorhersage soll es morgen wieder besser werden. Wollen wir hoffen, dass es so kommt. Und vor allem dann auch erstmal so bleibt.

Stattdessen war einmal wieder Ground School als Alternativprogramm eingeschoben. Ein wenig Theorie über Aerodynamik: Stability… Lift/Drag… Left Turning Tendencies… Ground Effect…

Mhmm… Gerade nicht so spannend. Will jetzt in die Luft. :-)

Durchgeschwitzt!

Dezember 11th, 2012 | Posted by frank in Allgemein - (1 Comments)

Und das nach den ersten drei Stunden.

Scott ist mein Fluglehrer. Guter Mann. Sehr ruhig, bedacht, klar strukturiert und auf den Punkt. Genau so, wie ich es mir vorstelle. Einfach „straight forward“.

Wir haben zunächst noch einen kleinen Theorie Refresher gemacht. VFR Wetter Minima, Weight & Balance, relevante Dokumente und notwendige Instrumente an Bord (im Sinne von „müssen funktional sein“ – bei dem alten Schrubber gut zu wissen…). Trocken aber wichtig. Dann ging es endlich zum Flieger. Outside Check. Heute und morgen mit Scott zusammen. Anschließend alleine.

Aber nun rein in den Flieger. Vorne links, mein neuer Platz. Gefällt mir. :-)

Was ich an Scott mag, ist das klare Briefing vor jeder Aktion. Alles, was ich tun soll, wird vorher genau besprochen und erklärt. Das erspart Hektik und Unklarheiten. Er erklärte mir, wie ich nach Checkliste den Motor anwerfe und ließ es mich direkt machen. Klappte überraschenderweise auch direkt. Weiter zum Funk.

„Frank, are you familiar with the radio communication procedures?“
„Hmm… well, I often listend to liveatc.com last weeks… Shall we give it a try?“
„Okaaay.. we are at the Florida Aviation Ramp and wanna go to South. Listen to ATIS and go ahead!“

ATIS abhören, Ground Frequency eindrehen und Gedanken sammeln…

„Cessna äähh five one six five bravo äähh at ööhh Florida Aviation Ramp äähh departure to south ähhh with ähh ähhh X-Ray….“

Ohje… ‘mal wieder den Großkotz raushängen lassen… Klang sicher gerade ziemlich dilettantisch. Zu Hause auf der Couch im Trockenen stellte ich mir das einfacher vor. Aber ok. Das haut schon hin die nächsten Tage…

Es geht los! Auf zur Starbahn 13 – die Richtung bringt uns direkt über den Atlantik.

Scott erklärte mir wieder wie/was/wo funktioniert, hatte seine Hände und Füße ebenfalls an Yoke und Pedalen, ließ mich aber eigentlich selbst rollen und starten. Das Rollen war ein ziemliches Rumgeeier, der Take-Off auch nicht so gaaanz auf der Centerline… Nun gut… Das Gefühl werde sich noch einstellen, meinte Scott. Ich nickte zuversichtlich…

Wir flogen die Küste entlang nach Süden, übten Climbs, Descents, Straight and Level Flight (Pitch, Power, Trim), einige Turns, absolvierten ein paar Slow-Flight Manöver und simulierten Landeanflüge. Einfache Basics für die Platzrunden. Nach knapp zwei Stunden dann zurück zum Platz. Ich war schon ziemlich angestrengt. Konnte die geniale Aussicht leider kaum genießen. Und dann kommt bereits die Vorbereitung zur Landung. Tower anfunken, zuhören, antworten, in den Downwind eindrehen, Flieger in Landekonfiguration bringen… Altitude, Speed, Flaps… Dabei auch den Verkehr noch im Auge behalten… Uff. Dann weiter ins Base, Flaps 20, Speed 70… Und Final… Flaps full.. Speed 65… 60… und runter… Bäämm! „Good job!“ meinte Scott. Ja, danke. Aber er hat auch noch viel unterstützt. Alleine wäre ich lost. Bin dennoch fix und fertig! Erstmal mein Shirt auswringen… Aber: Geil! Freue mich schon auf morgen. :-)

Jetzt noch ein kurzes Debriefing und dann ab zu Outback…

Stay tuned!

 

‘”Processing!’”

Dezember 10th, 2012 | Posted by frank in Allgemein - (2 Comments)

Einreisen in die USA wird von Jahr zu Jahr nerviger. Leider. Das ist zumindest mein Eindruck. Nach der Landung musste die Mannschaft noch eine dreiviertel Stunde im Flieger sitzen bleiben, da die Schlange bei der Immigration angeblich nicht noch weitere 300 Leute vertragen könne. Doch selbst als wir dann raus durften, wurde die Lage nicht sympathischer. Eine lange Schlange vor mir, vor Müdigkeit plärrende Kinder neben mir, verschwitzte Russen ohne Deo hinter mir und die insgesamt stickig-schwüle Luft um mich herum trugen nicht zu meinem uneingeschränkten Wohlbefinden bei. Stünden wir bei ALDI, alle hätten wahrscheinlich schon gerufen: “KASSE!” Oder zumindest ich. Aber hier nicht. Hier wird gekuscht. Eine falsche Handlung und der Ausflug ist beendet. Doch als ich endlich knappe zwei Stunden später beim Immigration-Officer stand, der (man mag es kaum glauben) sogar total nett war, zerstörte er doch den Keim meiner gerade aufkommenden Erleichterung mit den Worten: “Oh. You got a M1 Visa!? I will bring you to the special immigration office… for processing…” Aha. Was auch immer alles unter “processing” fällt, klar war mir nur: Warten. Abermals warten. Und ich wollte doch nur schlafen. In Deutschland war es gerade zwei Uhr in der Nacht. Den Gedanken an die noch anstehende zweistündige Autofahrt drückten jetzt etwas aufs Gemüt… “MR. FRÄÄÄNK HÄMMAA?!” Jo, hier… na dann mal los zum “Processing”…

…also dieses “Processing” hat in der Tat Potential wegrationalisiert zu werden. Es wurden einfach exakt die selben Fragen nochmals gestellt. Und dann ein weiterer Stempel in den Pass gedrückt. Ganz großes Kino. Vielleicht sollte ich mich einmal bei Barack als externer Berater anbiedern. Arbeitstitel: “Save money – Streamline your immigration process!”

So, jetzt aber genug genörgelt. Ist nämlich eigentlich ganz schön hier. :-) Man kann zum Beispiel noch bei lauschigen 26°C den Burger im Freien genießen. Und danach noch kurz bei der Flugschule vorbeischauen. Alles vorbereitet – alles in Ordnung – alles Bestens. Morgenfrüh gehts los!

Läuft.

…:::! TAKE-OFF !:::…

Dezember 7th, 2012 | Posted by frank in Allgemein - (0 Comments)
Freunde des Himmels und der Fliegerei!
Es ist soweit! Ich melde mich ab. Zumindest aus dem frostig trüben Deutschland. Und auch nur für gefühlte sieben Wochen. Also genau genommen 48 Tage (in Worten: AchtUndVierzig).
In den letzten Monaten (oder waren es Jahre?) zählte ich gar nicht mehr, wie oft ich mein privates Luftfahrtprojekt verschieben musste. Egal jetzt. Blick nach vorne. Und nach oben. Es geht los… Projekt myUSppl startet morgen um 13:10 Uhr mit LH464 in die entscheidende Phase. Dabei ist eines gewiss: Ich freue mich wahnsinnig!

Das Internet bietet eine Fülle an Informationen. Dachte ich. Und es gibt eine Vielzahl an Webseiten von Flugschulen, die mit ihren Hochglanzbroschüren und Special Offers Flugbegeisterte in die USA locken wollen. Es finden sich auch vereinzelte Informationen über Voraussetzungen, Empfehlungen und ähnlichen Dingen. Aber nach einer Sache suchte ich vergebens: Zusammenhängende Erfahrungen, Eindrücke, Erlebnisse, Abläufe und Erzählungen einer privaten Fliegerausbildung in den USA. Denn wem es in erster Linie auch einfach ums Fliegen geht und wer seine Zeit nicht mit diverser Vereinsmeierei, der Wahl zum Kassenwart und Schatzmeister verbringen will, für den ist ein US-PPL meines Erachtens eine verlockende Alternative zur klassischen, deutschen, römisch-katholischen Vereinsausbildung. Denn in den USA wird einfach nur geflogen. Keine Flieger geputzt und auch kein Hangartor repariert. Und das in einer absolut professionell durchorganisierten Struktur der General Aviation, sowie einem höchst praxisorientierten Ausbildungssystem.

Aber möglicherweise ist es für den Einen oder Anderen natürlich auch eine Reise ins Unbekannte und ein kleines Abenteuer. Hier setzt mein Blogbuch an! Ich schreibe über meine persönlichen Vorbereitungen, Erfahrungen, Erlebnisse, Hochs & Tiefs aus der Flugschülerperspektive. Von Alfa – bis Zulu.

So, stay tuned! 8-)