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Pilot!

17. Januar 2013 | von frank

Es ist vollbracht. Checkride hinter mir – Freiheit vor mir! Ein verdammt gutes Gefühl. Die letzten Tage waren alles andere als erholsam. Es gab doch noch einiges an Theorie zu lernen. Und dann gestern Abend auch noch auf dem Weg nach Hause schön ohne Sprit auf dem Highway mit dem Auto liegen geblieben. Ganz großes Kino. Die Tankanzeige war wirklich gerade noch im Übergang vom weißen in den roten Bereich. Jedes deutsche Auto fährt damit ganz locker noch 50 Kilometer auf Reserve. Amerikanische Fahrzeuge ticken wohl anders. Nach etwa fünf Meilen brummte nur noch die Lüftung. (…)

Heute morgen um halb sieben aufgestanden! Vor dem Prüfungsflug gibt es noch eine bis zu vier Stunden dauernde mündliche Prüfung. Um Punkt 8! Bob, mein Prüfer für den heutigen Tag, war bereits da. Eigentlich gar nicht meine Zeit. Scheinbar versucht sich der Prüfer noch abzusichern, ob man ihn im Flug auch nicht versucht umzubringen. :) Nun ja. Zuvor hatte ich ihn und mich noch mit Donuts geködert. Das half. Eigentlich lief die mündliche bis zur letzten Frage und Aufgabe ganz passabel. Doch dann kam ich ins Schwitzen. Ich sollte berechnen, ob die Take-Off Distanz für die Cessna bei einer 1400ft langen, trockenen Graspiste auf 3000ft MSL mit einem 10 Knoten Rückenwind aus 40 Grad und ein 50ft Hindernis am Pistenende ausreicht. Mein Ergebnis: Passt. Bobs Reaktion: „Aha. You are going to kill me?!“ Mhmmm… Ok. Zurück auf Los. Zweites Ergebnis gleich erstes Ergebnis. Es passt also immer noch. Mist! Ich versuchte ihn natürlich von meinem Ergebnis zu überzeugen! Zweiter Fehler! Ein leichtes, aber sehr souverän betontes „I AM RIGHT!“ ließen meine letzten Zweifel an einer Fangfrage entschwinden. Seine 25-jährige Erfahrung als Pilot bei der US Army und gefolgten 20 Jahren als Sachverständiger für Flugunfalluntersuchungen bei der FAA unterstrichen diese Ausage ebenfalls. Deutlich. Doch dann hatte er wohl erbarmen mit meiner Unfähigkeit und zeigte mir den Fehler. Ich verstand die Beschreibung im Cessna Handbuch für die Kalkulation des Startlaufs an einer Stelle einfach falsch. Ich konterte dennoch, dass es nach meinem Dafürhalten sehr unglücklich formuliert sei. Diesmal gab er mir Recht. Er habe es auch vor Jahren an Cessna gemeldet. Doch Cessna meinte, dass Buch sei schon so alt, da wird nichts mehr geändert… Man solle einfach immer ein paar hundert Fuß als Sicherheit mit einkalkulieren. Pragmatischer Ansatz. Bob meinte dann, fast jeder mache diese Aufgabe falsch, sie sei quasi geschenkt, als Sensibilisierung. Ich war beruhigt. :-)

Jetzt raus und fliegen! Das Wetter war heute einmal wieder kein Traum. Sehr windig und extrem starke Böen. Ich überlegte kurz, ob wir es abbrechen sollen und vertagen, diskutierte es mit Bob. Doch er war hier eher PRO fliegen… Ok… Los geht’s… Zwei Stunden lang alle für die Prüfung notwendigen Manöver durchgezogen… Es lief einfach! Und hier ist sie nun, die Lizenz! Harr! :-)

Am Wochenende noch ein paar Checkouts und Endorsements auf anderen Fliegern, eine Woche richtigen Urlaub ohne Lernstress und dann geht’s auch schon wieder zurück…

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